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Der Mischkultur-Garten der Hausgemeinschaft

Auf Grund der vielen "Zaun-Gespräche" und der zahlreichen, neugierigen Blicke erhalten Sie hier einen Einblick in die Entstehung unseres Gartens und was alles darin wächst und gedeiht. Außerdem können Sie sich einen ersten Überblick über "das Prinzip der Mischkultur" verschaffen (aus: Erfolgreich gärtnern durch Mischkultur; Hans Wagner).

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.


Das Prinzip der Mischkultur


Der Begriff der Mischkultur stammt von Gertrud Franck, der ehemaligen Leiterin des Hofes Oberlimpurg bei Langenburg an der Jagst / Baden-Württemberg. Sie hat fast ihr ganzes Leben auf diesem Hof gearbeitet. Ihre wichtigste Aufgabe waren die Bestellung, die Pflege und Ernte in dem großen Garten. Zusammen mit ihrem Mann prägte die 1905 geborene leidenschaftliche Gärtnerin den Begriff "Gesundheit durch Mischkultur". Es waren vor allem eigene Beobachtungen in über 30 Jahren Gartenarbeit, die ihr zeigten, wie die Pflanzen sich gegenseitig fördern und schützen oder schaden.

Gertrud Franck notierte, welche Pflanzen an welchen Standorten und in welchen Nachbarschaften sich wie entwickelten. Diese Erscheinungen wiederholten sich jahraus, jahrein und brachten dadurch die Gewissheit, dass bestimmte Pflanzen in bestimmten Nachbarschaften immer besser und in anderen Nachbarschaften immer schlechter gediehen. Aus diesen Erkenntnissen entwickelte Gertrud Franck schließlich ihr System des Mischkulturengartens. Sie berücksichtigt darin die natürlichen Vorlieben und Abneigungen der Pflanzen.

Vorteile der Mischkultur


Mischkultur ist nicht nur für die einzelne Pflanze, sondern für das gesamte Bodenleben im Garten von Vorteil. Sie verringert die Bedrohung von Nutzpflanzen und Blumen durch Schädlinge und verbessert die Bodenqualität durch Flächendüngung.


Schädlinge werden abgehalten

Pflanzen senden Duftstoffe aus, bei vielen können auch wir sie wahrnehmen. Insekten riechen diese Düfte oft auf große Entfernungen und werden angelockt. Sie suchen sich ihre Pflanzen aus, um von ihrem Saft zu saugen, von ihren Blättern zu fressen oder ihre Eier darauf abzulegen. So werden diese Insekten für unsere Nutzpflanzen zu Schädlingen. Wenn besonders viele Pflanzen zusammen auf einern Beet oder einern Feld stehen, sprechen wir von Monokultur. Schädlinge haben es in solchen Kulturen leicht, sich auszubreiten. Wenn allerdings - wie bei Mischkulturanbau üblich - in wechselnden Reihen angebaut wird, werden die ungebetenen Gäste irritiert. Überall riecht es anders. Kaum fliegt das Insekt ein kurzes Stück weiter, schon wechselt der Duft. Auf diese Weise schwindet das Interesse der Schädlinge am Garten. Die Pflanzen bleiben von ihnen weitgehend verschont. Mischkultur wird so zur einfachsten, billigsten und am wenigsten aufwändigen Pflanzenschutzmaßnahme ohne jede Chemie.


Gesundes Bodenleben

Einen weiteren Vorteil bietet die Mischkultur dadurch, dass sie keinen unbedeckten, leeren Boden im Garten entstehen lässt. Hier wird ganz bewusst die Natur nachgeahmt, die ebenfalls keine kahlen Bodenflächen duldet, sofern nicht extreme Bedingungen, etwa in einer Wüste, sie zeitweise dazu zwingen. Auf Wiesen, Ackerrainen und in den Wäldern stehen Moose, Kräuter, Gräser, Blumen, Büsche und Bäume stets auf engstem Raum in verschiedenen Etagen beieinander.


Bunte Vielfalt

In Laubwäldern ist diese Abstufung der Wachstumsetagen noch viel ausgeprägter. Im Frühjahr nutzen Buschwindröschen, Sauerklee und Lerchensporn das Licht, welches durch die noch kahlen Baumkronen dringt, für Blüte und Samenbildung. Wenn sich das Laubdach schließt, haben sie ihre Entwicklung schon fast abgeschlossen. So ähnlich geht es auch im Mischkulturengarten zu. Er ist vielfältig und ausgesprochen bunt. Während im gewöhnlichen Standardgarten streng getrennte Beete angelegt werden, auf denen Monokulturen stehen, wachsen hier Erdbeeren und Zwiebeln, Ringelblumen und Salat, Gurken und Basilikum, Karotten und Tomaten gemeinsam auf.


Kein Umgraben mehr

Weil der Boden im Mischkulturengarten das ganze Jahr über bedeckt ist, herrscht in ihm ein reges Bodenleben aus Regenwürmern, Asseln, Mikroorganismen und Pilzen. Regen oder Gießwasser kann niemals auf den nackten, ungeschützten Boden prasseln, ihn fortschwemmen und verkrusten lassen. Durch die Wurzeln wird der Boden zusätzlich gelockert. Die Welt der Kleinlebewesen wird auf diese Weise genügend mit Sauerstoff versorgt. Das alljährliche Umgraben, bei dem die belebteste Bodenschicht nach unten und der unbelebtere Teil nach oben gebracht wird, ist nicht nur unsinnig, sondern auch unnötig.


Flächenkompostierung

Die Mischkultur arbeitet mit Flächenkompost, einer Methode, die ebenfalls von Gertrud Frank stammt. Flächenkompostierung bedeutet, dass zwischen den Anbaureihen jeweils gleich breite Düngereihen angelegt werden, auf denen Gründüngung und Kompost für die Ernährung der danebenstehenden Pflanzen und des darunter tätigen Bodenlebens sorgen. So wird unser Gartenboden zu einem lebendigen und gesunden Organismus, der Gemüse, Blumen und Kräuter bestens gedeihen lässt.




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